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Endlich mal ein paar Informationen aus erster Hand (danke, Pressefreigabe!).
Nachdem N24, der WDR (sowohl TV als auch im Radio) und viele andere ausführlich die »Fakten« analysiert haben standen ein paar Tatsachen fest, die offenbar weit hergeholt waren. Zunächst einmal wurde mir von einigen Kommilitonen mitgeteilt es habe Tote gegeben, außerdem teilte Einslive mit, einer Person wurde ein Finger abgetrennt. Gott sei Dank hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits einen Freund bei der Bundespolizei angerufen, um mir kein Halbwissen anzueignen. Der gute Mann lebt im erwähnten Ort, gegenüber der betroffenen Schule. Das erste was er mir sagte, als ich ihn anrief war: »Ich habe schon viel früher mit deinem Anruf gerechnet, es ist doch gestern morgen gegen 9 Uhr schon passiert«, und das zweite: »Ich muss dir erstmal eins sagen: Ich stand schon lange nicht mehr mit kugelsicherer Weste und Maschinenpistole im Regen.«
Um euch also aufzuklären: Die Polizei hat gestern morgen gegen 9 Uhr die Schule umstellt. Natürlich viel zu spät, um eine erste verletzte Person zu vermeiden, aber immerhin schnell genug, damit die Amokläuferin ihr vorhaben nicht in die Tat umsetzen konnte. Die zunächst verletzte Person (allgemeine Medien: diejenige, deren Finger »abgetrennt« gewesen sei) hatte die Täterin (16) auf der Schultoilette über einem Rucksack erwischt, in welchem sie 10 Molotowcocktails (selbstgebaute Brandbomben) vorbereitete. Daraufhin wollte das mutige Mädchen die Täterin aufhalten und wurde von dieser mit einem Messer angegriffen und an der Hand verletzt. Der Betroffenen geht es aber – den Umständen entsprechend – gut. Es wurde nichts abgetrennt und eine prompte Behandlung erfolgte.
Aus dieser Situation heraus ergriff die Amokläuferin die Flucht, sie wurde jedoch schnell von der Polizei aufgegriffen und ist nun in Gewahrsam. In ihrem Rucksack wurde außer den Brandbomben ein eindeutiger Abschiedsbrief gefunden, in welchem wohl Inhalte zu finden sind – so mein Freund bei der Polizei – nach welchen sie sich »mit einem Knall« verabschieden wollte.
Soweit zum status quo.
Weiter denken darf man natürlich immer. Mein erster Gedanke, den ich während des Telefonats auch ansprach, war der nach der Bestrafung. Ziemlich nüchtern erwiderte mein Gesprächspartner: »Ja, nun – sie ist 16. Sie wird nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Wer weiß, vielleicht ist sie krank. Auf jeden Fall wird sie wohl erst einmal in eine psychiatrische Klinik kommen. Und dann eine Bewährungsstrafe erhalten.« Es ist ja niemand gestorben.
So viel erstmal zum Thema, eventuell gibt es später mehr von mir dazu.


